Dunkel

Zur Grundsatzerklärung zur Bekämpfung des Antisemitismus (Borgmanns Blick)

Jüdisches Forum
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Was ist Antisemitismus?
Na ist doch klar. Alles, was Juden herabsetzt, diskriminiert, entmenschlicht.
Die Nürnberger Rassengesetze von 1935?
Na die natürlich ganz genau.
Aber das ist doch längst vorbei.
Na klar. Aber es gibt ihn immer noch. Den Antisemitismus.
Na wie denn nun?

Sie sehen, die Sache ist kompliziert. Niemand würde es heutzutage in Deutschland wagen, Juden offen als rassisch minderwertig zu bezeichnen oder gar vernichten zu wollen. Nur vielleicht ein paar ganz durchgeknallte wollen das.

Dennoch, es gibt ihn noch, den Antisemitismus in Deutschland. Ein Hakenkreuz auf den Glocken mehrerer Kirchen in der deutschen Provinz, es blieb jahrzehntelang unbeanstandet. Der versuchte Sprengstoffanschlag einer linken Terrorgruppe auf das jüdische Gemeindezentrum Berlins Ende der 60er Jahre. Oder ganz aktuell: Beschimpfungen eines jüdischen Restaurantbesitzers, Gewalttaten gegen einen jüdischen Syrer der eine Halskette mit Davidstern trug. Der Angriff auf einen israelischen Staatsbürger, der eine Kippa trug.

Das klingt alles eindeutig. Aber andere Vorfälle sind schwieriger zu bewerten. Deshalb hat das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus Grundsätze aufgestellt. Grundsätze, die bei der Bekämpfung des Antisemitismus helfen sollen.

Antisemitisch sind alle feindseligen Haltungen und Hass gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen wegen ihres Jüdischseins oder wegen ihrer Verbundenheit mit dem Judentum.

Antisemitisch kann auch Feindseligkeit gegenüber dem Staat Israel sein, wenn Israel als jüdisches Kollektiv angegriffen wird. Zum Beispiel wenn man zum Boykott israelischer Waren aufruft. „Kauft nicht von Juden“ - das geht gar nicht.

Antisemitismus ist immer auch ein Angriff auf die Unantastbarkeit der Menschenwürde aller Menschen und auf die Fundamente des freiheitlich-demokratischen Gemeinwesens.

Antisemitismus ist eine besondere Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Antisemiten kämpfen gegen die moderne und aufgeklärte Gesellschaft.
Antisemitismus hat eine tief im Christentum verankerte Tradition, den so genannten „Gottesmord“ hat man den Juden jahrhundertelang nie verziehen. Und das klingt nach - bis heute.

Aber was tun? Aufmerksam sein, die Erfahrungen der von antisemitischen Vorfällen Betroffenen öffentlich machen und Druck auf Behörden und Institutionen ausüben, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen können.

Reicht das aus? Nein. Aber es ist Schritt in die richtige Richtung.

Am

 

12 Jul 2018

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